Hat die Plazenta noch andere Aufgaben als die Versorgung des Kindes?

Antwort 1:
Die Plazenta ist der wichtigste Teil des Versorgungssystems für das ungeborene Kind. Über die fein verästelten Blutgefäße in den Chorionzotten transportiert sie Vitamine, Nährstoffe und Sauerstoff zum Kind. Auf dem Rückweg nimmt das Blut dann Kohlendioxid und andere Stoffwechselprodukte mit, um sie über die mütterlichen Organe auszuscheiden. Darüber hinaus spielt sie eine wichtige Rolle beim Aufbau des Immunsystems für das heranreifende Kind. Die Plazenta nimmt zum Beispiel Antikörper gegen Masern, Pocken oder Diphterie aus dem Blut der Mutter auf und gibt sie an den Blutkreislauf des Kindes weiter.

Antwort 2:
Nicht jede Mutter lebt gesund. Damit nicht auch Giftstoffe aus dem mütterlichen Blut übertreten können, filtert die sogenannte Plazentaschranke viele Moleküle aus. Nikotin, Alkohol und einige Medikamente können allerdings ungehindert diese Schranke überwinden. Auch manche Krankheitserreger sind zu klein, um zuverlässig ausgefiltert zu werden. Die Plazenta, umgangssprachlich Mutterkuchen, produziert außerdem wichtige Enzyme und Hormone für den Erhalt der Schwangerschaft und das Wachstum des Kindes. Gerade dieser Hormongehalt macht sie deshalb für die kosmetische Industrie interessant. Viele Hersteller nutzen das aufbereitete Plazentagewebe, um daraus Cremes zu gewinnen. Vor allem Produkte „für die reife Haut“ enthalten Wirkstoffe aus dem Mutterkuchen, da ihnen eine besonders aktivierende, zellverjüngende Wirkung nachgesagt wird. Mit der Möglichkeit Zellgewebe einzuschicken, verfolgt darüber hinaus plazentanosoden.de das Ziel, körpereigene homöopathische Arzneimittel herzustellen.

Antwort 3:
Bisher galt die Plazenta nur als Versorgungsorgan für den Fötus. Forscher sehen in ihr mittlerweile aber auch eine wichtige Quelle für Stammzellen. Diese Zellen gelten als wahre Multitalente bei der Behandlung von Krankheiten. Da sie noch nicht auf spezielle Aufgaben „programmiert“ sind, lassen sie sich in verschiedene Zelltypen verwandeln, mit denen man etwa Leukämien erfolgreich therapieren kann.

Donnerstag, 1. Oktober 2009
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