Mein Vater hat neuropathische Schmerzen. Was genau versteht man darunter?
Wenn der Begriff neuropathische Schmerzen fällt, dann handelt es sich um eine Erkrankung des so genannten peripheren Nervensystems. Dabei handelt es sich um die Nerven, die sich außerhalb des Gehirns im ganzen Körper verteilen.Diese können auf unterschiedliche Weise auf Reizungen reagieren. So können die Nervenstränge zum Beispiel an Ablagerungen auf Sehen und Bändern scheuern, die häufig durch eine einseitige Überbelastung entstehen.
Eines der häufigsten Beispiele dafür ist das Supinatorsyndrom, bei dem die außen über den Ellenbogen verlaufende Sehne durch bestimmte Bewegungen überlastet wird. Diese Erkrankung tritt oft bei Kassierern auf, wobei auch Lottoverkäufer zunehmend darüber klagen. Dadurch lagern sich kristalline Abfallprodukte des Stoffwechsels am Sehnenansatz an, die wiederum auf die Nervenenden drücken.
Neuropathische Schmerzen können auch durch Entzündungen entstehen, die häufig durch Infektionen verursacht werden. Das klassische Beispiel für neuropatische Schmerzen ist die Gürtelrose, bei der die entlang der typischen Pickelbildung verlaufenden Nerven sehr stark schmerzen können. Neuropathische Schmerzen können auch durch Irritationen entstehen. So klagen Menschen mit amputierten Gliederteilen oft über Phantomschmerzen in den fehlenden Gliedern.
Auch die zur Gruppe der Autoimmunerkrankungen zählenden Leiden können Nervenschmerzen verursachen. Ursache dessen ist, dass das körpereigene Immunsystem mit aller Kraft versucht, die schädlichen Eindringlinge zu bekämpfen und dabei oft auch die eigenen Zellen angreift. Auch Stoffwechselstörungen können derartige Schmerzen verursachen. Dort geraten die das Schmerzempfinden steuernden Botenstoffe aus dem Gleichgewicht. Das kann sowohl Diabetiker als auch Menschen mit Fehlfunktionen der Schilddrüse treffen.
Sonntag, 2. November 2008